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Gourmettourbericht 2009 von Rainer

Von der artgerechten Haltungsportiver und sportlicher Fahrzeugein Zeiten wirtschaftlicher Stagnationvon Rainer LayritzGourmet Tour 2009 a`la 2006 ReiseberichtVorwort:------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Jeglicher Rechtschreib-, Grammatik- oder Interpunktionsfehler dient der persönlichen Entfaltungsowie der Erheiterung der Leserschaft. Eventuelle Verwechslungen bei User- oder Realnamen oderVerirrungen im Tour Verlauf sind dem fortgeschrittenen Alter und dem jahrelangenAlkoholmissbrauchs des Autors geschuldet.Dieser Bericht soll nicht dazu führen dass Kinder, mit den Fahrzeugen ihrer Erzeuger, diebeschriebene Tour in ähnlicher Manier nachfahren.Ich entschuldige mich bei den österreichischen und italienischen Behörden für den groben Missbrauchkurviger Bergstraßen und danke gleichzeitig dem Christian, dass er genau das ermöglicht hat.Kapitel und Tag 1------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------VorbereitungenNach monatelanger Wartezeit war der Tag X endlich gekommen: Die Gourmet Tour sollte für meinebessere Hälfte Angelika und meinereiner um ca. 11.30 Uhr mit der Abfahrt aus dem NürnbergerNorden beginnen. Um 9.30 Uhr wurde das hellgrau-rote Spielmobil noch von einer HordeMaximalpigmentierter bei MrWash in ein einigermaßen ansehnliches weißes Fahrzeug verwandelt umgleich darauf von einem kräftigen Regenschauer wieder in den vorherigen Zustand zurückversetzt zuwerden. Das Kofferpacken war ruck zuck erledigt, noch ein paar Semmeln belegt und ein paar LiterAqua Minerale in die Kühlbox gepackt dann konnte es, mit einem zweifelnden Blick in denwolkenverhangen Himmel über der Frankenmetropole, losgehen.Anreise DeutschlandteilRauf auf die A9, Tempomat auf gemütliche 180 (man will ja ausgeruht und ungestresst ankommen)und los geht’s gen Treffpunkt Raststätte Irschenberg. Das Navi und der Verkehrsfunk verkünden freieFahrt, der Himmel klart auf, Autofahrerherz was willst du mehr. Nun ja, dass es so bleibt, zumBeispiel, denn je weiter wir Richtung Süden kamen desto dunkler und bedrohlicher wurden dieWolken. Und richtig, am Kindinger Berg empfing uns das erste Mal auf dieser Tour der Unmut Petrus.Wir fanden uns auf der Anhöhe auf einmal mitten in den Wolken wieder, sodass die ScheibenwischerÜberstunden schieben mussten.Bis Ingolstadt blieb uns das Feuchtgebiet erhalten dann wurde es wieder trockener, nur um zumnächsten Missstand voranzuschreiten: Ankündigung eines Staus am Irschenberg vermeldeten Naviund Verkehrsfunk unisono. Na Klasse, war mein erster Gedanke, die Sache fängt ja gut an.Wider Erwarten kamen wir durch die bekannten Staugebiete rund um München gut durch und wirhofften noch dass der Irschenberg sich bis zu unserer Ankunft auch wieder von seiner staubefreitenSeite zeigt. Um es kurz zu machen, Scheißerle Herr Lehrer, 4 km vor der Raststätte stand die Kolonneund wir machten rein aus Sympathie mit. Für die paar km bis zur Ausfahrt brauchten wir mehr Zeit alsfür die 80 km zuvor. Naja, da muss man durch und endlich war der Irschenberg erreicht.Treff- und Fluchtpunkt Raststätte IrschenbergHurra, nach bisher 280 km seit Abfahrt endlich eine kleine Verschnaufpause. Von wegen, bedingtdurch den Stau war auch der Rastplatz Irschenberg mehr als voll. Wo, zum Kuckuck, wollten wir unsgleich noch treffen: Achja, am Parkplatz. Dumm nur, dass es davon mehrere gibt und alle durch denStau gut gefüllt waren. Nachdem der untere Parkplatz an der Tankstelle von einer Meutewildgewordener Mopedtreiber in Beschlag genommen und der Rest stilvoll mit LKWs aufgefülltwurde, orientierten wir uns eher am Parkplatz vor dem Rasthaus.Da wir keinen einzigen der Teilnehmer persönlich kannten, grinsten Angelika und ich hoffnungsvolljeden Fahrer eines nur im Entferntesten an ein Cabrio erinnernden Fahrzeuges an, im Glauben, eskönnte einer der Tourteilnehmer sein. Endlich, nach ca. 10 Minuten tauchte ein Fahrzeug auf, welcheswir definitiv als Teilnehmer einordnen konnten, unser Schwesterfahrzeug, das weiße 123d Cabrio vomModerator des BMW-Treffs, unser hochgeschätzter Markus Kahlhaupt. Natürlich war der Parkplatzneben meinem Auto zu klein aber nach einem bisschen Rangieren passte Markus Kleiner doch noch indie Lücke.Endlich waren die beiden Fahrzeuge, die äußerlich so gleich aussehen, vereint; eine Gemeinschaft, dieerst am Sonntagnachmittag wieder aufgelöst werden sollte, ist entstanden.Nun ging es Schlag auf Schlag, die Z4 von Christian, Rainer und Rudi liefen ein. Jetzt bollerten auchder SL von Tschortsch und der Sixxpack-Audi heran, gefolgt von Marcels Jaguar. Dann, hoppla, einneuer Z4: Rätselraten ist angesagt, das wird doch nicht …. . Doch, sie haben es geschafft; unsereFamilie Koller benutzt die Gourmet-Tour zum Einfahren ihres erst zwei Tage alten Z4. Hut ab, daszeugt von einem gewissen Mut.Man stellte sich kurz gegenseitig vor, ich bekam zu hören „Du bist doch der, der sein Auto so komischnennt: Wart mal, Schlampenschlepper, ne, äh, Tuntentransporter, ne auch nicht, Tussentraktor, daswars, Richtig?“ Knapp daneben ist auch vorbei, mein fahrendes Schätzchen hat im BMW-Treff denSpitznamen Nutten-Laster verpasst bekommen wegen der ach so gewagten außen Weiß und innen Rot– Farbkombination.Nachdem die angekündigten Teilnehmer nach Zählung vom Tourpapst Christian vollständigangetreten waren bliesen wir zum Aufbruch, auch weil der Sonnenschein inzwischen tröpfchenweiseauf uns herabprasselte.Die Sintflut Teil 2 oder Noahs RacheZurück auf der Stautobahn wurden die uns umgebenden Wolken immer dunkler und dasSchlagzeugsolo auf dem Verdeck lauter und schneller. Ein furchtbarer Wolkenbruch ging auf unsherab und wir konnten von Glück sprechen, dass wir mit unseren untermotorisierten Booten nichtgegen die Strömung fahren mussten. Bedingt durch die stauauslösende Baustelle, fuhr derGegenverkehr so dicht an einem vorbei, dass das Spritzwasser der entgegenkommenden Fahrzeugeeinem den letzten Rest an Sicht nahm. So schwammen wir also gemeinschaftlich auf Kufstein und demFelbertauerntunnel zu vor dem wir noch an ein er Raststätte einen Stopp einlegten, sowie bei Kufsteinnoch ein paar Teilnehmer eingliederten.Bei der Abfahrt an eben dieser Raststätte hatte ich dannmein persönliches Highlight; da wir so geschlossen wiemöglich wieder auf die Strecke wollten, musste ich, um voreinen LKW auf die Piste zu kommen mit etwas mehr Gas alsnormal üblich anfahren. Eigentlich wäre die Auffahrtproblemlos vonstattengegangen, wenn, ja wenn dasWörtchen „wenn“ nicht wäre: Meine Frau dachte sich noch„Warum gibt der Depp denn nicht endlich Stoff“, tat ich ja,aber das Auto ist mir regelrecht unterm rechten Fußabgeschmiert. Ich hatte ein gigantisches Turbolochentdeckt, sodass ich zwei bis drei Sekunden lang nicht vielmehr als gerollt bin, was beim Auffahren auf eine gutbefahrene Straße nicht ganz so gut kommt. DerLKW hat eine Vollbremsung vom Feinsten hingelegt und mir zu Recht alle Kosenamen derTruckerzunft nachgeworfen. Ab diesem Zeitpunkt bin ich den Rest der Tour nur noch in derSportstellung der Automatik gefahren um Anfahrschwierigkeiten aus dem Weg zu gehen.Endlich SonneRaus aus Deutschland, hindurch durch den Felbertauerntunnel, und ….. , dass Helle da am Firmamentsollte doch nicht etwa …. Tatsache, es war wirklich die Sonne. Verdeck auf und ein Grinsen in dasGesicht malen war eine einzige Handbewegung, nun konnte doch nix mehr schief gehen. Doch, eshätte können, z. B. mittels eines österreichischen Postbusfahrers der die überholenden Z4 gerade nochakzeptierte aber den Überholversuch eines 1er Cabrios alspersönliche Beleidigung betrachtete (hör auf zu grinsen,Rudi). Na gut, dann bleibe ich halt hinter dem Rußwerfer,man ist ja Tierfreund.So ging es dann in friedlicher Eintracht und ohne weiterebesondere Vorkommnisse mit ca. 11 – 13 Fahrzeugen hinterLeader Christian in Richtung Defereggental. An der letztengünstigen Tankmöglichkeit vor der Hotelankunft bekamenunsere Babys noch einen kräftigen Schluck vomantreibenden Lebenssaft um für die folgenden, nicht geradeals spritsparend bekannten Kilometer, gerüstet zu sein.Die bescheidene HerbergeMein erster Gedanke am Hotel: Man gönnt sich ja sonst nichts; ein richtig schöner Luxuskasten istunsere Herberge für die nächsten Nächte. Wir parkten geschlossen jegliche Zugangsmöglichkeit zumEingang des Hotels mit unseren Fahrzeugen zu um erst mal einem kleinen Imbiss an der Bar zuinhalieren. Nach dem Einchecken und dem Empfang der Schlüssel verteilten wir uns auf diezugewiesenen Zimmer. Da ein Teil der Meute im Gästehaus untergebracht war (Markus, Frank mitNicoletta, meine Angelika und ich) musste die Cabriodemonstration vor dem Hoteleingang beseitigtwerden was ähnlich kompliziert war wie die Auflösung des gordischen Knotens.Kaum 30 Minuten später konnten wir unser Schätzchen an der letzten Parkmöglichkeit beimGästehaus ablegen (den allerletzten Parkplatz „er“fand Markus gleich daneben) um endlich unseren Koffer im sehr schönen Zimmer unterzubringen. Viel Zeit zum Auspacken blieb nicht, da uns derHunger und der Zeitplan zur hoteleigenen Futterstelle trieben.Schnell in eine frische Hose reingehüpft, ein neues Hemd angezogen, Frisur einigermaßengeradegebogen und ab zum Hotel. Nach dem Begrüßungssektchen, dem Briefing und dem Empfangdes hervorragend ausgearbeiteten Roadbooks von Christian stürmten wir das Buffet.Mit einem mehrgängigen Menü sowie einem extrareichhaltigem Nachspeisenbuffet fand der Tag einengelungenen kulinarischen Abschluss. Nach dem Essen ließ sich ein Teil der Bande noch an der Barnieder, ein paar machten den Eingangsbereich unsicher aber die meisten blieben einfach am Essplatzsitzen um Bekanntschaften zu knüpfen oder zu vertiefen. Da um 22.00 Uhr Zapfenstreich befohlenwar und der bisherige Teil der Tour doch ein wenig kräftezehrend war, verließen Angelika, Markusund ich die traute Runde pünktlich um am nächsten Tag frisch gewaschen und gebügelt auftreten zukönnen.Kapitel und Tag 2Vollversammlung und AbmarschBei relativ zuversichtlich stimmenden Wetterverhältnissen fanden sich um 7.30 Uhr die Tour“isten“zum gemeinschaftlichen Frühstück ein. Da wir am Vortag beschlossen hatten die lange Tour zu fahrensetzte sich der Oben-Ohne Tross nach Empfang der Lunchpakete bereits um 8.30 Uhr RichtungStallersattel in Bewegung. Drei der Teilnehmer hatten sich entschlossen das Spezialangebot des Hotelszu nutzen und sich ein Porsche-Cabrio unter den Hintern geschnallt.Da wir bis spätestens 9.00 Uhr (am Stallersattel gibt eskeinen Gegenverkehr da die enge Passstraße durch eineAmpelregelung immer nur in eine Richtung befahrenwerden kann) an der Schranke sein wollten, wurde dieAnfahrt schon, nun, nennen wir es mal zügig, genommen.Nach dieser Aufwärmrunde hatte wohl jeder Motor seineBetriebstemperatur erreicht. Wie der Pass gefahren wurdeließ keinen Zweifel an der sportlichen Ausrichtung der Tourbis …. uns die Realität in Form eines Trainingstages vonKampfrennradlern am Grödner Joch einholte.Am folgenden Sonntag sollte ein Radrennen in der Sella-Gruppe rund um Corvara stattfinden und eineRiesenmeute dieser Nachwuchs-Armstrongs meinte sich aufführen zu müssen wie ein Star derApotheken-Rundfahrt, sorry, Tour de France. Kaum hatte man eine Handvoll dieser Spinner überholt,musste man wegen einem anderen Pulk von nebeneinanderfahrenden Stramplern fast bis zum Halt abbremsen umdann von den gerade Überholten wieder bedrängt zuwerden. Corvara selbst war voll im Umbau begriffen;überall waren Menschen und Radfahrer auf der Straße,Barrieren wurden aufgebaut und Lastwagen entladen. Einerdieser LKW stand so göttlich auf der Straße, dass die Polizeiregeln musste. Naja, ein typisch italienisches Verkehrschaoseben.Nachdem uns dieses Trainingsgebiet eine gute Stundeunserer wertvollen Fahr- und Lebenszeit gekostet hatte, blieb uns nichts Anderes übrig als doch diekurze Tour zu fahren. Vielen Dank dafür, grrrrr ….Das Pordoijoch hoch hatten wir noch ein mit ein paar Radlern zu kämpfen, aber je dünner die Luftwurde desto weniger dieser ach so gesunden Abgas-Inhalierer wurden gesichtet. Oben angekommen stürztenwir uns auf die Fresspakete des Hotels um auf der Abfahrtja keinen Hungerast zu erleiden. Wie notwendig eine gutekörperliche Verfassung war konnte ich dann bei der Abfahrtund dem folgenden Passo di Falzarego am eigenen Körpererfahren: Trotz heftiger Proteste seiner Frau Angela habenChristian und ich es laufen lassen. Im Renntempo ging esdurch die Serpentinen das es eine wahre Pracht war. Er mitseinem Z4M voraus und ich im Heizöler, unter vollemEinsatz meiner 350 nm, hinterher. Von meiner besserenHälfte war kein Ton zu hören, ich hatte schon Zweifel ob ich auf der Passhöhe zuvor die richtige Frauins Auto geladen habe. Nicht das sie Angst hätte, ihr sind nur die Reifen zu teuer um sie so brutalabzuradieren. Wir wurden dann von fünf vor uns her zuckelnden Bussen sowie einem durchgeknalltenRollerfahrer eingebremst so dass der Rest der Truppe wieder eine Chance hatte aufzuschließen. Beieinem kurzen Halt kam Angela zu uns an das Auto und erkundigte sich freundlich nach meinemGeisteszustand. Ich erklärte ihr dann, dass ich das schnelle Kurvenfahren mal gelernt habe, worübersie sich dann noch ein paar Kilometer lang mit Christian zusammen den Kopf zerbrach, was dieseAussage zu bedeuten hätte. Später sagte ich den Beiden, dass ich vor ein paar Jahrzehnten mal (miteher durchwachsenem Erfolg) Bergrennen bestritten habe und im Besitz einer Rennlizenz war.Nachdem wir die Truppe wieder eingesammelt hatten,reihte ich mich eher im Mittelfeld ein um Christians Vita,Angelas Nerven und meine Bremsen zu schonen. DieBremsanlage vom 120d ist nur bedingt für densemiprofessionellen Einsatz geeignet, die 1600 kgLeergewicht hinterlassen schon Spuren. Nun ging es aufnach Cortina welches wir dann Richtung Auronzo auf einerherrlichen, wenig befahrenen Straße verließen. In Misurina,wo wir noch einmal Halt machten um ein paar Touristen amSeeparkplatz einzusperren, machte ich noch ein paar derMitfahrer auf die Wirtschaft aufmerksam, in der ich dieschlechteste Pizza meines Lebens gegessen habe.Die Rückfahrt zum NobelschuppenÜber Toblach kurvten wir dann Richtung Lienz um uns inLavant, im Schwesterhotel, den bereitgestellten Kucheneinzupfeifen. Mit einem Eimer kalten Mineralwasser konnteich zumindest einen Teil der, durch Schwitzen verlorenen,Körpersäfte wiederauffüllen. Das war auch dringend nötigda alle im Auto befindlichen Flüssigkeiten eine nicht mehrzum Trinken geeignete Temperatur aufwiesen.Auf dem Hotelparkplatz wurden die Autos schön in Reihund Glied aufgestellt, sodass von der versammeltenUngeziefervernichtungsbrigade Klasse Bilder geschossenwerden konnten (leider fehlten ein paar die vorher schon Richtung Hotel abgebogen waren).Nun ging es, auf einer sehr angenehm zu befahrenden, gutausgebauten Straße, zurück zu unserem Hotel. Der vor mirfahrende Markus konnte noch eine S-Klasse überholen,aber mich wollte der Gimpel partout nicht mehrvorbeilassen. Auf solchen Straßen hat man nun mal mitdem leicht untermotorisierten 120d keine Chance gegen soein PS-strotzendes Dickschiff. Als dann noch zweioberbayerische 911er volles Rohr an uns vorbeigeflogenkamen, hatte ich eh keine Lust mehr auf Angasen und habeden Ausflugstag eher gemütlich beendet.Wieder im HotelMit einem angezeigten Verbrauch von durchschnittlich 7,5 l/100 km bei meinem Hobel und ca. 1,5mm weniger Profil beim Schneewittchen von Markus, trafen wir gegen 18.00 Uhr im Hotel ein. Da ichdie Weinprobe auszulassen gedachte, konnte ich mich, in der Stunde bis zum Abendessen, halbwegswieder in etwas, nicht mehr ganz so verschwitztes, Menschenähnliches verwandeln.Das sehr reichhaltige und gute Abendmenü sowie ein, zwei oder fünf Bierchen machten dann wiedereinen vollständigen Menschen aus mir. Wir hockten uns bis ca. 23.30 Uhr noch zusammen undredeten Sprit, nein, Treibstoff … ach ne, Benzin, dann wurde der Lockruf des Bettes einfach zu starkund wir verabschiedeten uns ins Gästehaus. Böse Zungen behaupten, ein paar der Bierdimpfel hättenes bis 3.00 Uhr ausgehalten, aber bei so anständigen Menschen, sowie dem Wissen um eineanstrengende Heimfahrt, nein, das kann ich mir nicht vorstellen.Am Schluss würde man dann ja sogar die Abfahrt am nächsten Morgen verschlafen …. .Kapitel und Tag 3Große Glocken läutenMunter wurde ich um ca. 5.30 Uhr weil es bei uns imZimmer trotz geschlossenen dicken Vorhanges hell wie imSolarium war. Raus auf den Balkon und den herrlichenwolkenlosen Himmel betrachten. Geil, dachte ich mir:Einpacken, Schleifchen rum und mitnehmen. Tja, träumenwird man wohl noch dürfen, oder?Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.Schon beim Frühstück kamen die ersten Wolken auf, die biszu unserer Heimkehr treue Begleiter bleiben sollten.Nun ja, erst mal wollte ein kräftiges, aus mehreren Gängen bestehendes, Frühstück vernichtet werden.Nach einer riesigen Portion Rührei mit Speck folgten zwei gut belegte Wurstsemmeln, die zumAbschluss noch mit einem großen Teller Milch mit Honig-Smacks runtergespült wurden. Untermaltwurde das Fressinferno von drei Tassen Kaffee und zwei Glas O-Saft. So gestärkt wollte ich eigentlichnur noch Eines, nämlich wieder ins Bett. Nix da, Abmarschzeit 10.00 Uhr war befohlen, sodass wirauscheckten, noch 4 Wurstsemmeln Reiseproviant einkauften und uns von den Zurückbleibendenverabschiedeten.Markus, Björn und ich machten uns vorab auf um an derTankstelle den Tankstau zu entschärfen. Das war eineKlasse Fahrt durch die Tunnels: Drei Autos und nur eines,welches schönen Sound produzierte, aber Björn hat seinem3 Liter Sechsender ordentlich die Sporen gegeben sodassMarkus und wir keinen Motorsoundmangel erleidenmussten. An der Tanke noch schnell für 98 Cent pro LiterTruckertunke eingefüllt und auf die Anderen gewartet,welche ca. 15 Minuten später eintrudelten. Nachdem dannjeder sichergestellt hatte, genug Sprit an Bord zu haben umdas schöne Defereggental hinter sich lassen zu können,ging es hinter Marcel mit seinem bildschönen Jaguar XJSV12 Convertible Richtung Großglockner Hochalpenstraße.Durch die relativ späte Morgen (oder frühe Mittag-) stundewar der Großglockner leider schon gut besucht, dadurchwar die Auffahrt, nun, sagen wir mal, gemütlich. Wirhatten zwar ein paar gute Überholmanöver aber wirklichweitergebracht hat es uns eigentlich nicht. Man hangeltesich halt von einer Evolutionsbremse zur Nächsten. Egal,oben angekommen parkten wir schön ordentlich auf demobersten Parkdeck, um die frische Luft und die Aussicht aufden Gletscher zu genießen. Ach momentmal, Gletscher? Ichglaube der hatte da seinen freien Tag, auf jeden Fall waraußer viel Dreck nichts zu sehen. Das letzte Mal als ich daherumkurvte war da schon noch etwas Eismäßigeserkennbar.Nach ungefähreiner Stundewurde zumAufbruch geblasen und wir stürzten uns inhalsbrecherischem Fast-Schritttempo hinter rollendenSchikanen den Pass hinunter. Unten angekommenmussten wir (leider durch einsetzenden Regen zumVerdeck schließen gezwungen) erst einmal in einerRaststätte am Straßenrand die anstrengendeGroßglocknerfahrt mit einem Imbiss runterschlucken.Die Heimat ruftFrisch gestärkt, mit einem zünftigen Kaiserschmarrn im Magen, konnte es nun an den Rest der Reisegehen. Einen neuen Führer hatten wir jetzt auch, da sich Marcel und sein Jaguar nun verabschiedeten.Als Leader of the Pack trat nun der Alpinator Martin an, hinter dem wir einige Gegenden Österreichskennenlernten, die man auf den normalen Routen nicht zu sehen bekommt. Leider konnten wir nichtmehr allzu oft das Verdeck öffnen, da das Wetter, je weiter wir Richtung Norden kamen, immerschlechter wurde.Kurz vor der Grenze wurde an einer Tanke mitten in der österreichischen Pampa noch mal Haltgemacht, um den Benzinern noch mal günstigen Sprit einlaufen zu lassen.Wieder in Deutschland angekommen stoppten wir ein letztes Mal kurz vor der Auffahrt zur Autobahn,um uns zu verabschieden, da ein Großteil der Truppe noch irgendwo einkehren wollte. Die beidenweißen Dieselcabrios fuhren dann noch gemütlich (und zum letzten Mal an diesem Tage offen) imMinikonvoi, bis sich Markus mit einem Winken Richtung Heimat verabschiedete.Vollkommen vereinsamt setzten wir die Fahrt auf der Autobahn fort um dann kurz vor München dasVerdeck zu schließen, da der inzwischen in Deutschland übliche Regen einsetzte. Ein Stau blieb unsauf der Rückfahrt zum Glück erspart, zwischen dem Kindinger Kurvengeschlängel und Allersbergkonnte ich dann sogar mal ein bisschen den Turbo durchpusten, da es da nicht mehr regnete und dieStrecke relativ frei war. Ca. 30 km konnte ich sogar mal am Stück Vollgas fahren, es ist schon lange herdass sowas ging. Naja, nach Navi war ich mal auf 229 km/h, da war mein vorheriger Hatchback schonum einiges schneller (aber auch wesentlich leichter und schmaler bereift), aber ohne Dosenöffner hätteich da das Dach nicht wegbekommen.Back to the rootsEndlich, leicht gerädert laufen wir um 19.00 Uhr in unserer Tiefgarage ein. Koffer hochwuchten,auspacken und Katzen begrüßen, dann endlich auf die Couch und alle Viere von sich gestreckt. DerRest des Abends wird mit Fernsehschlafen verbracht, naja, man ist halt doch nicht mehr der Jüngste.Aber bei der nächsten Tour sind wir wieder dabei.FazitHerrliche Tage, die ich nicht so schnell vergessen werde. Klasse Leute mit denen es Spaß machte eingemeinsames Hobby (oder Laster?) zu teilen. Super Hotel, Traumwetter und keinerlei Panne, perfekt.DanksagungenIch danke dem Organisator Christian für die perfekte Planung und dem reibungslosen Ablauf.Ich danke allen Teilnehmern der Tour für die freundliche Aufnahme (und entschuldige mich füreventuelle verbale Ausrutscher).Ich danke ganz speziell dem Markus, da unsere beiden Fahrzeuge so im Doppelpack bei denÖsterreichern und den Italienern ziemliches Aufsehen verursacht haben.Ich danke dem Hotelpersonal für genau die richtige Menge an Aufmerksamkeit.Ich danke Petrus und seinem Chef für das perfekte Offenfahrwetter.Ich danke meinem Schutzengel für die Überstunden auf den Passstraßen und der Autobahn.Ich danke meiner Frau Angelika dafür, dass sie keinerlei negative Bemerkung über meine Fahrweisehat verlauten lassen.Ich danke der Familie Quandt, dass sie Autos produzieren lassen, welche meinen Fahrstil zumindestmittelfristig aushalten.Ich danke meinen vier Katzen, dass sie mich diesen Bericht in Ruhe haben schreiben lassen.

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